Herbertstraße in Hamburg: wer hinein darf und warum die Tore dort stehen
Die Herbertstraße auf St. Pauli: warum Frauen und Jugendliche nicht hinein dürfen, was die Tore von 1933 bedeuten und welche Reeperbahn-Führung die Geschichte erzählt.
Die Herbertstraße ist eine kurze Straße mitten auf St. Pauli, rund 60 Meter lang, mit einem Sichtschutz-Tor an jedem Ende. Jeder kennt ihren Namen, kaum jemand war drin. Frauen und Jugendliche unter 18 dürfen sie nicht betreten; so steht es auf den Schildern an beiden Toren. Männer ab 18 dürfen durchgehen, Fotos sind in der Straße nicht erwünscht.
Für die meisten Besucher ist die Herbertstraße deshalb ein Ort, den man von außen erklärt bekommt. Genau das machen die Reeperbahn-Führungen: Sie halten am Tor und erzählen die Geschichte, die hinter dem Blech steckt.

Warum die Tore dort stehen
Die Sichtschutz-Tore wurden 1933 errichtet, kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Hamburg war laut Denkmalschutzamt die erste Stadt im Deutschen Reich, die die sogenannte Kasernierung von Prostituierten wieder einführte. Die Frauen wurden in wenigen Straßen zusammengedrängt, und die Tore sollten das aus dem Straßenbild verschwinden lassen.
Heute tragen die Tore Werbung und sind ein beliebtes Fotomotiv. Das Hamburger Denkmalschutzamt beschreibt sie als Erinnerungsort an die Kasernierung und Verfolgung der Frauen. Erst am 13. Februar 2020 erkannte der Deutsche Bundestag die unter dem Nationalsozialismus verfolgten Frauen offiziell als Opfer an.
Dürfen Frauen die Herbertstraße betreten?
Nein. Die Schilder an beiden Toren sagen es klar, und für Männer unter 18 gilt dasselbe. Seit wann genau die Schilder hängen, darüber gehen die Angaben auseinander. Die Straße ist ein Arbeitsort, kein Ausstellungsstück.
Für eine Reeperbahn-Führung spielt das keine Rolle. Alle Touren halten draußen, und Frauen sind auf allen Touren willkommen. Viele Gruppen bestehen ganz aus Frauen, etwa bei Junggesellinnenabschieden.
Welche Führung die Herbertstraße erklärt
Praktisch jede Abendtour über die Reeperbahn hat die Herbertstraße auf dem Programm. Am ausführlichsten ist die Sex & Crime Tour, die meistbewertete Führung auf dem Kiez mit 19.865 Bewertungen und 4,7 von 5. Ihr Ablauf nennt die Herbertstraße als eigene Station zwischen Davidwache und Hans-Albers-Platz. Sie kostet 23 € pro Person (GetYourGuide-Katalog, Stand Oktober 2026) und ist nur ab 18.
Auch die Tour Lust & Laster führt laut Beschreibung durch den Rotlichtbezirk zur Herbertstraße, die laut Beschreibung nur Männer betreten dürfen, und läuft auf Deutsch oder Englisch. Die Führung mit Kiez Insider beantwortet laut Anbieter die Frage, ob Frauen die Herbertstraße betreten dürfen, gleich mit.
Andere Abende, andere Termine
Weitere Touren auf St. Pauli
Wenn der Termin nicht passt oder ihr etwas anderes sucht: weitere Touren und Erlebnisse rund um die Reeperbahn. Die Stornobedingungen stehen bei jeder Tour im Buchungsfenster.
Was man an der Herbertstraße beachten sollte
- Keine Fotos in der Straße. Von außen fotografieren die meisten Gruppen das Tor; drinnen ist es nicht erwünscht.
- Nicht vor dem Tor stehen bleiben und starren. Die Führungen halten kurz und gehen weiter. Wer allein unterwegs ist, macht es genauso.
- Mit Jugendlichen draußen bleiben. Die Regel gilt unter 18 ausnahmslos; die meisten Abendtouren sind ohnehin erst ab 18. Was mit Kindern auf St. Pauli geht, steht im Ratgeber zu St. Pauli bei Tag.
Die Herbertstraße und der Rest des Kiezes
Die Herbertstraße ist nur ein Kapitel. Die Führungen verbinden sie mit der Davidwache von 1914, dem Hans-Albers-Platz, der Kneipe Zur Ritze und der Großen Freiheit, wo die Beatles 1960 ihre Hamburger Zeit begannen. Welche Tour zu dir passt, steht auf der Startseite im Vergleich; was die Touren kosten, im Preis-Ratgeber.

Die Geschichte der Herbertstraße mit Guide hören
Die Sex & Crime Tour hält am Tor der Herbertstraße und erzählt, was dahinter liegt. Nur ab 18, auf Deutsch oder Englisch, mit Getränk und dem Boxkeller der Ritze.
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